Omas Original Sauerbraten mit Wacholder und Lorbeer: So gelingt das perfekte Festessen
Wenn das Haus nach Sauerbraten duftet: Erinnerungen in Rotweinsauce
Sauerbraten. Schon das Wort schmeckt ein bisschen nach Sonntag. Nach Omas Küche, nach einem entschleunigten Nachmittag, wenn draußen kalter Wind an die Fenster klopft und drinnen der Duft von Gewürzen, Wein und Fleisch wie eine warme Umarmung wirkt. Ich weiß noch genau, wie ich als Kind, halb gelangweilt, halb neugierig, in der kleinen Küche meiner Großmutter stand und zusah, wie sie das große Stück Fleisch mit diesen magisch aussehenden Lorbeerblättern bestreute. Damals war mir noch nicht klar, warum sie den Braten fast einen ganzen Tag stehen ließ – Geduld war so gar nicht meins.
Aber als ich das erste Mal selbst einen Sauerbraten gemacht habe (na gut, der erste war… schwierig), hab ich’s endlich verstanden. Manche Gerichte brauchen einfach Zeit. Zeit, Liebe und ein bisschen Chaos – ehrlich, meine Küche sah im Anschluss immer aus wie ein Schlachtfeld. Und doch, jedes Mal, wenn der Sauerbraten schmort und sich dieser unverkennbare Duft ausbreitet, bin ich wieder in Omas Küche. So viel zu Traditionen, die einfach bleiben.
Warum Sauerbraten bei uns immer geht (und was ihn so besonders macht)
Es gibt Gerichte, die für bestimmte Anlässe reserviert sind – Sauerbraten ist bei uns so eines. Nicht für jeden Dienstag, sondern eher für Momente, in denen alle zusammenkommen. Für Geburtstage, Weihnachten oder wenn Freunde vorbeikommen, die schon beim Betreten der Wohnung fragen: „Was riecht denn hier so gut?“
Sauerbraten ist, finde ich, das perfekte Zusammenspiel aus zartem Fleisch, würziger Marinade und einer Sauce, die man am Ende unbedingt mit Kartoffeln aufsaugen muss. Man braucht erstmal etwas Mut für das saure im Braten (ich war skeptisch, geb ich offen zu – Essig? Echt jetzt?), aber es ist genau dieses intensive, leicht süß-saure Aroma, das nach dem langen Schmoren alles durchzieht. Und dann dieser Moment, wenn das Fleisch fast von selbst zerfällt… Das ist Magie.
Apropos Magie: Falls du mal keine Rinderbrühe da hast – ein kräftiger Schluck Wasser und ein Löffel Marmelade (ja, wirklich) in die Soße retten alles. Frag nicht, probier’s aus.

Die Zutaten: Was rein muss, damit’s „richtig“ schmeckt
- 1 kg Rindfleisch (zum Beispiel Rinderbraten)
- 500 ml Rotwein
- 200 ml Wasser
- 100 ml Essig
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- 2 Karotten, in Scheiben
- 1 Sellerie, gewürfelt
- 4 Knoblauchzehen, zerdrückt
- 3 Lorbeerblätter
- 6 Wacholderbeeren
- 2 EL Zucker
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- 2 EL Öl
- 250 ml Rinderbrühe
- Rotkohl und Kartoffeln zum Servieren
(Das war jetzt der „ernste“ Teil, Ersatz-Tipps kommen gleich: Falls du kein Sellerie-Fan bist – einfach ein bisschen mehr Karotte. Mehr Zwiebel geht immer. Und beim Wein: Nimm den, den du auch trinken würdest!)
Schritt für Schritt durch meinen Sauerbraten (mit kleinen Tipps, klar)
- Das Rindfleisch in eine ausreichend große Schüssel legen und mit Rotwein, Wasser, Essig, den Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Knoblauch, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Zucker und ordentlich Salz & Pfeffer bedecken. Abdecken und ab in den Kühlschrank – mindestens über Nacht, lieber noch etwas länger. (Ich hab mal ’ne ganze Woche vergessen… Hat trotzdem funktioniert, wurde nur noch besser.)
- Nächster Tag: Das nun wunderbar aromatische Fleisch aus der Marinade nehmen, gründlich abtropfen lassen. Die Marinade aber unbedingt aufheben!
- Öl in einem großen Schmortopf erhitzen. Das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten – keine Scheu, es darf richtig schöne Röstaromen bekommen. (Keine halben Sachen, okay? Das gibt später erst den Geschmack.)
- Jetzt die komplette Marinade samt aller Gemüse und die Rinderbrühe zum Fleisch gießen. Kurz ordentlich aufkochen lassen – die Küchendämpfe lassen dich jetzt schon vorfreudig den Kochlöffel schwingen!
- Deckel drauf, Hitze runterdrehen: Jetzt wird 2–3 Stunden geschmort. Dabei ruhig immer mal wieder ins Wohnzimmer – und zurück – laufen, um am Duft zu schnuppern (mache ich auch, gibt’s ein besseres Raumduftspray?)
- Ist das Fleisch wunderbar zart, raus damit auf ein Brett. Die Sauce kannst du entweder so lassen (mit kleinen Gemüsestückchen drin, mag ich am liebsten) oder noch ein bisschen einkochen, damit sie schön sämig wird. Abschmecken nicht vergessen – manchmal fehlt noch ’n Hauch Zucker oder Säure.
- Den Sauerbraten in Scheiben schneiden und mit Rotkohl sowie Kartoffeln servieren. So ein klassischer Montagsrest übrigens: Die Sauce aufs Brot schmieren (klingt komisch, ist aber himmlisch).
Noch ein bisschen Küchenrealität und feine Extras
Weißt du, was ich am Sauerbraten vielleicht am meisten liebe (neben diesem zarten Fleisch…)? Du kannst ihn problemlos am Vortag machen. Ehrlich, er wird sogar noch besser, wenn er einmal durchzieht und du ihn am nächsten Tag nochmal sanft erwärmst. Also ganz entspannt kochen, Stress raus, und dann nur noch auftafeln.
Ach ja, und bei uns gibt’s IMMER Rotkohl dazu, manchmal noch ein paar eingelegte Gurken. Kartoffeln? Klar, aber wenn’s mal schnell gehen muss, tut’s auch ein ordentliches Bauernbrot zum Auftunken der Sauce. Glaub mir, da bleibt kein Tropfen übrig.
Und, kleiner Familiendisput: Meine Mutter meint, ein Schuss Honig oder ein paar Rosinen in die Sosse müssen unbedingt sein. Ich find’ das nur manchmal. Aber so ist das eben mit überlieferten Familienrezepten – jeder macht’s ein wenig anders, jeder schwört darauf, dass so und nur so der echte Geschmack kommt. Am wichtigsten ist eh: Zusammen essen, zusammen genießen.
So, wenn du bis hier gelesen hast, hast du jetzt hoffentlich Hunger bekommen. Probier den Sauerbraten unbedingt mal aus – selbst wenn’s ein bisschen nach altem Sonntagsklischee klingt, es lohnt sich einfach. Und hey, auch wenn beim ersten Mal nicht alles perfekt läuft (meine Soße war schon mal zu dünn, hab’s dann einfach mit ’nem Stück Brot gerettet), keine Panik. Es ist wie mit allem im Leben – mit Zeit, Liebe und vielleicht ein wenig Chaos wird auch aus einem einfachen Stück Fleisch ein echtes Festessen.
Komm, ran an den Braten – ich stoße gedanklich mit einem Glas Rotwein mit dir an. Lass dich von diesen Aromen umarmen!


Omas Original Sauerbraten mit Wacholder und Lorbeer
- Total Time: 195 minutes
- Yield: 4 servings 1x
- Diet: None
Description
Ein traditionelles Gericht mit zartem Rindfleisch, marinierte in Rotweinsauce, perfekt für besondere Anlässe.
Ingredients
- 1 kg Rindfleisch (zum Beispiel Rinderbraten)
- 500 ml Rotwein
- 200 ml Wasser
- 100 ml Essig
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- 2 Karotten, in Scheiben
- 1 Sellerie, gewürfelt
- 4 Knoblauchzehen, zerdrückt
- 3 Lorbeerblätter
- 6 Wacholderbeeren
- 2 EL Zucker
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- 2 EL Öl
- 250 ml Rinderbrühe
- Rotkohl und Kartoffeln zum Servieren
Instructions
- Rindfleisch in eine große Schüssel legen und mit Rotwein, Wasser, Essig, Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Knoblauch, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Zucker und Salz & Pfeffer bedecken. Abdecken und mindestens über Nacht im Kühlschrank marinieren.
- Am nächsten Tag das Fleisch aus der Marinade nehmen und gut abtropfen lassen, die Marinade aufbewahren.
- Öl in einem großen Schmortopf erhitzen und das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten.
- Die gesamte Marinade mit Gemüse und Rinderbrühe zum Fleisch gießen und kurz aufkochen lassen.
- Den Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und 2-3 Stunden schmoren lassen.
- Das Fleisch auf ein Brett legen und die Sauce nach Belieben abschmecken und ggf. einkochen.
- Das Fleisch in Scheiben schneiden und mit Rotkohl sowie Kartoffeln servieren.
Notes
Diese Gerichte können am Vortag zubereitet werden, was den Geschmack verbessert. Servieren Sie mit Bauernbrot zum Auftunken der Sauce.
- Prep Time: 15 minutes
- Cook Time: 180 minutes
- Category: Main Course
- Method: Braising
- Cuisine: German
Nutrition
- Serving Size: 1 serving
- Calories: 400
- Sugar: 5g
- Sodium: 600mg
- Fat: 16g
- Saturated Fat: 5g
- Unsaturated Fat: 10g
- Trans Fat: 0g
- Carbohydrates: 20g
- Fiber: 3g
- Protein: 35g
- Cholesterol: 90mg